Die Betonung ist ein Miststück

Viele Missverständnisse gehen auf ihr Konto und so manches Mal bricht sie sogar einen Streit vom Zaun!

Inhalte werden oft nur falsch verstanden, weil sie ungünstig betont sind. Manchmal wird Nebensächliches sogar zur Hauptsache.

Schon ein einziges Wort bietet unglaublich viel Handlungsspielraum:

• Mit dem Wort „Hallo“ können wir freundlich grüßen: Hallo!! (Schön, dass ihr da seid!)

• Wir können Überraschung zeigen: Hallo!?! (Du hier!? Das gibt’s ja nicht!)

• Oder zaghaft nachfragen: Hallo? (Jemand zu Hause?)

• Wir können unseren Ärger ausdrücken: Hallo. (Du schon wieder!)

• Und zu etwas auffordern: Hallo! (He! Gib das wieder her!)

Betonung ist ein mächtiges Werkzeug.

Entscheidend ist, dass der Zuhörer Aussagekern und Nebensache ausmachen und dementsprechend interpretieren kann. Sie können das mit einem simplen Übungssatz ausprobieren. Heben Sie das fett gedruckte Wort hervor. Betonen Sie es, indem Sie z.B. Vokale dehnen, Konsonanten betonen, überdeutlich artikulieren oder laut und leise sprechen.  Experimentieren Sie auch mit der Pausensetzung:

Möchten  Sie mit mir arbeiten?

Möchten  Sie mit mir arbeiten?

Möchten Sie mit mir arbeiten?

Möchten Sie mit  mir arbeiten?

Möchten Sie mit mir  arbeiten?

Jetzt können Sie es einmal anders herum versuchen. Sprechen Sie den Satz noch einmal, dabei stellen Sie ihn immer wieder in einen anderen Kontext:

  • Eigentlich möchten Sie mit dieser Person nicht arbeiten.
  • Es ist ihr größter Wunsch, mit dieser Person zu arbeiten.
  • Sie haben Angst vor der Antwort.
  • Sie möchten endlich wissen, was Sache ist.
  • Sie haben es satt, alleine zu arbeiten.
  • Die Antwort ist Ihnen eigentlich egal.
  • Die Frage ist Ihnen unangenehm.
  • Niemals würden Sie mit dieser Person zusammenarbeiten.
  • Der Gedanke belustigt Sie.
  • Sie möchten, dass die Person mit Ihnen – und nicht gegen Sie – arbeitet.

Betonung ist gerade im gesprochenen Wort enorm wichtig: Sie setzen die wichtigste Botschaft in den Fokus. So kommt genau das beim Zuhörer an, was ihn erreichen soll.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

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